Firmenfeiern

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Steuerliche Folgen von Betriebsveranstaltungen

Aufzeichnungspflichten

Damit Betriebsausgaben im Zusammenhang mit Bewirtung und Firmenveranstaltungen durch das Finanzamt anerkannt werden, m√ľssen bestimmte Aufzeichnungen erfolgen. Mehr Informationen zu den Aufzeichnungspflichten finden Sie hier.

Veranstaltungsosten im Einzelnen

Weitere Kosten

Vorbemerkungen

Nicht zu den Bewirtungskosten z√§hlen √úbernachtungs-, Fahrt- oder sonstigen Ver-gn√ľgungskosten. Fallen dar√ľber hinaus weitere erhebliche Kosten (z.B. Programm, Raummiete, etc.) an, k√∂nnen diese - unter Beachtung der sonstigen Voraussetzungen - separat als Betriebsausgaben behandelt und in voller H√∂he abgezogen werden. Solche Kosten sollten grunds√§tzlich getrennt von der Bewirtungsrechnung in einem separaten Beleg berechnet werden.

√úbliche Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen sind nach Auffassung der Finanzverwaltung insbesondere

  • Speisen, Getr√§nke, Tabakwaren und S√ľ√üigkeiten,
  • die √úbernahme von √úbernachtungs- und Fahrtkosten, auch wenn die Fahrt als solche schon einen Erlebniswert hat,
  • Eintrittskarten f√ľr kulturelle und sportliche Veranstaltungen, wenn sich die Betriebsveranstaltung nicht im Besuch einer kulturellen oder sportlichen Veranstaltung ersch√∂pft,
  • Geschenke
  • Aufwendungen f√ľr den √§u√üeren Rahmen, z. B. f√ľr R√§ume, Musik, Kegelbahn, f√ľr k√ľnstlerische und artistische Darbietungen, wenn die Darbietungen nicht der wesentliche Zweck der Betriebsveranstaltung sind.

Zuwendungen des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen geh√∂ren als Leistungen im ganz √ľberwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers nicht zum Arbeitslohn, wenn es sich um herk√∂mmliche (√ľbliche) Betriebsveranstaltungen und um bei diesen Veranstaltungen √ľbliche Zuwendungen handelt. Unter bestimmten Vorraussetzungen kann jedoch ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil liegen. Denn in einzelnen F√§llen sei der Schluss gerechtfertigt, wie der BFH in mehreren Urteilen  ausf√ľhrt, dass die den Arbeitnehmern zukommenden Vorteile nicht im eigenbetrieblichen Interesse l√§gen, sondern dass die Dienste der Arbeitnehmer auf diesem Weg entgolten werden sollten.

Voraussetzungen

Kosten der Veranstaltung

Der BFH h√§lt in seinen Urteilen aus Gr√ľnden der Verwaltungsvereinfachung und zur Vermeidung ausufernder steuerfreier Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen weiterhin an einer starren Freigrenze fest. Diese betr√§gt z.Zt. 110,00 EUR pro Veranstaltung pro Arbeitnehmer.

Dauer der Veranstaltung

Der BFH hat nunmehr auch Betriebsveranstaltungen, die l√§nger als einen Tag dauern, anerkannt. Gr√ľnde hierf√ľr sind z.B. die eventuell gebotene Verl√§ngerung eines Ausflugs von Freitag auf Samstag, die Notwendigkeit einer Anreise aus verschiedenen ausw√§rtigen Betriebsst√§tten und die Intensivierung des Teamge-dankens.

Häufigkeit

Abgrenzungsmerkmale f√ľr die √úblichkeit einer Betriebsveranstaltung ist auch die Anzahl. Betriebsveranstaltungen sind √ľblich, wenn nicht mehr als zwei Veranstaltungen j√§hrlich durchgef√ľhrt werden; auf die Dauer der einzelnen Veranstaltung kommt es - wie erw√§hnt - nicht mehr in erster Linie an. Diese Beschr√§nkung dient dazu eine Ausuferung der steuerfreien Zuwendungen entgegenzuwirken und wird als sachgerecht anerkannt.

Zuschuss des Arbeitgebers

Zusch√ľsse (Barzuwendungen) des Arbeitgebers k√∂nnen ebenso wie Sachzuwen-dungen anerkannt werden kann, wenn der Betrag pro Arbeitnehmer unterhalb der Freigrenze liegt. Bei Firmenveranstaltungen kommt es hierbei dementsprechend nicht auf die H√∂he der Gesamtkosten je Arbeitnehmer an, sondern wie hoch die Kosten des Arbeitgebers sind.
Die Steuerfreiheit der Zuwendungen bleibt erhalten, wenn die Arbeitnehmer einen Teil der Kosten selbst tragen und die Zuwendungen des Arbeitgebers je Arbeitnehmer unterhalb der Freigrenze bleiben. Hier eröffnet sich also ein gewisser Gestaltungsspielraum.

Die Zuwendung von Bargeld ist zwar grundsätzlich ein Problem, hier kann aber der Verwaltung (und herrschenden Meinung) gefolgt werden, dass Barzuwendungen, die anstelle anerkannter Sachzuwendungen gewährt werden, diesen gleichzustellen sind, wenn ihre zweckentsprechende Verwendung sichergestellt ist.

Schlussbemerkungen

Noch gibt es zahlreichen ungekl√§rte Einzelfragen im Zusammenhang mit Firmenveranstaltungen. Auch die Angemessenheit der Freigrenze, die seit 1993 nur unwesentlich erh√∂ht wurde, ist f√ľr aktuelle Veranlagungszeitr√§ume nicht abschlie√üend gekl√§rt.

Dementsprechend sind fortw√§hrend Verfahren bei den Finanzgerichten sowie beim Bundesfinanzhof anh√§ngig. Eine Einzelfallpr√ľfung ist dementsprechend dringend anzuraten.